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27.09.17 17:29 Alter: 20 Tag(e)

Wenn Schüler Filme drehen

Die Filmemacher unter sich.

An einem Mittwochvormittag ist es im Kinosaal des Delphin Palasts laut und vor allem voll. Rund 130 Schülerinnen, Schüler sowie Lehrer sind im Kino eingetroffen. Drei Kurzfilme, die von Neunt- und Zehntklässler der Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule und der Hauptschule Vorsfelde entwickelt wurden, stehen im Mittelpunkt der Filmvorführung.
Jeweils fünf Tage hatte jede Projektgruppe Zeit, um das Thema Flucht und Vertreibung filmisch in Szene zu setzen. „Das waren spannende und arbeitsintensive Projekttage“, berichten die Medienpädagogin Frauke Gruner und VHS-Pädagogin Annika Naber rückblickend.
Jede Schülergruppe hat sich dem Thema anders genähert. Die Hauptschule Vorsfelde entwickelte ein Kurzfilm „My way to life“ mit viel Musik. Der Kurzfilm „Revelations“ der HNG-Schule  ist als ein actionhaltiger Polit-Thriller zu verstehen und bei „Aylas Geschichte“ handelt es sich um ein Drama, fasst Frauke Gruner zusammen. Damit die jungen Filmemacher ein Verständnis für Flucht und Vertreibung aufbauen, bot die Volkshochschule Wolfsburg ein interkulturelles Training an. „Die Gefühle, die Erfahrungen auf der Flucht und vor allem die Herausforderungen, die die Menschen meistern, die den Entschluss gefasst haben, ihre Heimat zu verlassen, sind für uns gar nicht vorstellbar. Mit dem Training,“ so Annika Naber, „versuchen wir, genau diese Emotionen bei den Schülerinnen und Schülern aufzudecken und sie so für die eigene filmische Auseinandersetzung zu stärken.“ Auch Steffen Kirsch, der die Veranstaltung am Mittwoch moderierte, hakte bei jungen Filmemachern nach. „Es war eine tolle Erfahrung. Wir haben so viel gelernt: Wie wird ein Film gedreht? Was müssen wir im Vorfeld beachten und mitdenken. Was müssen wir auch organisieren?“, erklärt Maxim Loos aus der 8b der Hauptschule Vorsfelde, der im Film „My way to life“ die Hauptrolle übernommen hatte.
Sehr eigenständig wurden die Storys entwickelt, Musik herausgesucht, Kameras und Tontechnik bedient sowie die Szenen geschnitten. Beim Dreh und auch beim Schnitt standen die Pädagoginnen den Schülerinnen und Schülern zur Seite. „Es war ein tolles Projekt, welches wir gern im kommenden Jahr wieder anbieten möchten,“ sind sich Annika Naber und Frauke Gruner einig und schwärmen von den spannenden Projekttagen: „Die Schülerinnen und Schüler hatten viel Spaß bei der Arbeit und waren sehr engagiert, ihre Idee umzusetzen. Einfach großartig.“
Am Ende der Veranstaltung waren nicht nur die jungen Filmemacherinnen und Filmemacher begeistert, sondern auch ihre Mitschülerinnen und Mitschüler sowie ihre Lehrerinnen und Lehrer, die ihnen sehr viel Applaus spendierten.
Die Regionalen Filmtage sind ein Projekt des NLQ und der AEWB zur Förderung politischer Bildung in Schulen in Zusammenarbeit mit den „Demokratiezentren der niedersächsischen Erwachsenenbildung“ und den Medienzentren des Landes Niedersachsen.