Kindertagesstätten erhalten Schlüssel zur Sprache

Kindertagesstätten erhalten Schlüssel zur Sprache

Erfolgreicher Abschluss des Förderkonzepts Sprachbildung

Nach dem bereits 2018 vier Wolfsburger Kindertagesstätten als qualifizierte Einrichtungen geehrt wurden, ziehen in diesem Jahr acht weitere Kitas nach. Im Einzelnen werden die Kindertagesstätten St. Heinrich, am Schlosspark, am Klinikum, Heiliggeist, St. Elisabeth, Stephanus I und die AWO Kita Detmerode sowie das Kinder- und Familienzentrum Martin Luther ausgezeichnet. Im kommenden zweiten Halbjahr starten außerdem acht weitere Kitas ins Heidelberger Interaktionstraining, der ersten Phase des Förderkonzeptes. Mit der Teilnahme an der 3-jährigen Qualifizierung haben sich die Kitas einen neuen Zugang zur sprachlichen Bildung und damit auch zu einem neuen Wissensschatz erschlossen.

Symbolisch überreichten Iris Bothe, Dezernentin für Jugend, Bildung und Integration, und Dr. Birgit Rabofski, Leitung Bildungshaus, den Einrichtungen nun einen blauen Schlüssel aus dem 3D-Drucker des Bildungshauses. „Zugänge zu Bildung sind für Wolfsburgerinnen und Wolfsburger entscheidend für Bildungserfolg, Teilhabe und Chancengerechtigkeit – aus diesem Grund beginnt die Sprachbildungsarbeit bereits bei den Kleinsten und von Beginn an“, erläutert Dezernentin Iris Bothe.
In den ausgezeichneten acht Kitas sind im Zuge des Programms in 37 Gruppen 255 sprachbezogene Qualitätszirkel als Form der Maßnahmenplanung für die Wolfsburger Kitas sowie Kinder- und Familienzentren entstanden. Über 80 Fachkräfte sind an diesen sprachbezogenen Qualitätszirkeln beteiligt und wurden dabei von neun Sprachbildungsbegleiter regelmäßig in der Einrichtung unterstützt. Mehr als 900 Kinder profitieren durch den Besuch der Kita von der fachlichen Qualifizierung der Fachkräfte. „Die Anwendung der Sprachlehrstrategie ist im Umgang der Fachkräfte mit den Kindern sichtbar und spürbar. Kinder finden mit dieser Unterstützung einen guten Weg in die eigene Sprache“, ergänzt Katharina Varga, Leiterin des Geschäftsbereichs Jugend.

Das „Förderkonzept Sprachbildung“ eröffnet Wolfsburger Kindertagesstätten die Möglichkeit, Sprachbildung und -förderung noch stärker als grundlegende Aufgabe des gesamten Teams im Kita-Alltag zu verankern und im Zusammenspiel mit den Bildungsbereichen für die frühkindliche Bildung als übergreifende Querschnittsaufgabe zu etablieren. Seit 2015 wird von kommunaler Seite an der Profilvertiefung der Einrichtungen mit dem Schwerpunkt Sprachbildung und -förderung gearbeitet.
Perspektivisch soll allen Einrichtungen ermöglicht werden, gezielte Spracharbeit bewusst in den Kita-Alltag zu integrieren, um sie auch nach Ende der Projektzeit in der Einrichtung weiterführen zu können. Hauptziel ist es, dass die Kita-Fachkräfte langfristig Sprache als Schlüsselkompetenz für Bildung verstehen und durch stärken- und interessenorientierte Sprachbildung und -förderung die Kinder unterstützen. Insbesondere sprachschwache Kinder werden in ihrem Spracherwerb angeregt und systematisch in ihren sprachlichen Kompetenzen gestärkt.
Mittels eines drei Jahre dauernden teamübergreifenden Fortbildungs- und Sprachbildungsprozesses erhalten die Teams der Kitas eine grundlegende Schulung, wie sprachförderliches Verhalten dauerhaft in den Kita-Alltag integriert werden kann. Die bisherigen Erfahrungen aus der Sprachbildungskoordination an der VHS Wolfsburg zeigen, wie vielschichtig das Thema Sprache in der Stadt Wolfsburg ist. „Die Einrichtungen sind im höchsten Maße professionell, arbeiten teilweise in interdisziplinären Teams, konstituieren sich neu als Kinder- und Familienzentren, befinden sich als Einrichtung im Aus- oder Umbau und erarbeiten sich eine professionelle Haltung, um die alltagsintegrierte Sprachbildung in den Einrichtungen zu verankern“, fasst Sprachbildungskoordinatorin Dr. Maren Risch von der VHS zusammen.

Gratulierten zum erfolgreichen Abschluss des Förderkonzepts Sprachbildung: Bianca Köllner, Dr. Birgit Rabofski, Iris Bothe und Dr. Maren Risch (v.l.).
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