50 Jahre Experimentierbühne – 50 Jahre lebendige Kultur

50 Jahre Experimentierbühne – 50 Jahre lebendige Kultur

Das Theaterensemble feiert in 2018 sein 50jähriges Bühnenjubiläum. Rund 20 Personen beteiligen sich jedes Jahr seither am Theaterprojekt der Volkshochschule, welches 1968 auf der Grundlage zweier VHS-Kurse ins Leben gerufen wurde.

„Jede Inszenierung war und ist ein Erlebnis. Beeindruckend“, so Renate Heidersberger-Weber, „ist auch immer der Zusammenhalt in der Gruppe.“ Damit meint sie vor allem die gemeinsame Realisierung der eindrucksvollen Stücke und das Zusammenspiel im Ensemble. In diesem Jahr wird die Experimentierbühne 50 Jahre alt. Ein bedeutsames Ereignis – nicht nur für die Gründerin Renate Heidersberger-Weber, die sich seit 1968 um die Umsetzung und Regie kümmert, sondern auch für die Volkshochschule Wolfsburg. Es ist ein Stück Kultur – für die Stadt, für die Be-völkerung und die Bildungseinrichtung. Auch Miriam Heine, Programmbereichsleiterin Kunst und Kultur, ist von der Geschichte, der Ausdauer und dem Eifer der Regisseurin und ihren Schauspielern und Schauspielerinnen beeindruckt. Einmal die Woche probt die Theatergruppe im Antoniensaal des Wolfsburger Schlosses und blickt auf 22 Inszenierungen  zurück. Darunter „Der Jasager und der Neinsager“ von Bertolt Brecht, „Leonce und Lena“ von Georg Büchner oder Goethes „Urfaust“. „Das ist nie leichte Kost aber lebendige Kultur“, resümiert Heine. „Wir sehen anhand der Resonanz - die Anzahl der Aufführungen und die Rückmeldungen der Besucher –, dass es sich lohnt – für die Mühe und Liebe, die darin steckt. “

Anspruchsvolle Literatur mit doppeltem Boden. „Die Stücke, die Renate Heidersberger-Weber umsetzt, haben immer einen Bezug zur Gegenwart. Eine beachtliche Leistung, die ebenso viel Mut erfordert,“ schätzt VHS-Leiterin Elisabeth Krüger. Das ist zugleich der Anspruch von Renate Heidersberger-Weber. Mit ihrem aktuellen Stück, „Das Gilgamesch-Epos“, die wohl älteste schriftlich fixierte Dichtung Mesopotamiens, wirft die Regisseurin einen Blick auf die babylonische Zeit. Es wird die Geschichte des Königs Gilgamesch, seine Heldentaten und die Suche nach Unsterblichkeit geschildet.
Anlass für die Inszenierung war die Zerstörung der Kulturstätten im Nahen Osten vor drei Jahren. „Es war furchtbar zu sehen, wie die Menschen ihre Kultur zerstören. Für immer den Erdboden gleichgemacht“, schüttelt sie den Kopf. Es liege doch in der Verantwortung der Menschen, Tradition und Kultur zu bewahren. Auch aus diesem Grund hat sich Heidersberger-Weber ganz bewusst für dieses Epos und für die szenische Lesung entschieden. Behutsam und rücksichtsvoll, dennoch voll Energie und Leidenschaft bespricht die Regisseurin die einzelnen Absätze, gibt Hinweise und setzt so Akzente. Für ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine sehr gute Schule des Schauspiels. „Von 17 bis 70 Jahren ist alles dabei, wir sind eine gut gemischte Gruppe,“ strahlt Heidersberger-Weber. Einige von ihnen begleiten die Experimentierbühne schon etliche Jahre.
13 Schauspielerinnen und Schauspieler werden in den kommenden 14 Tagen das 12-Tafel Epos vortragen. Die Übersetzung von Stefan M. Maul aus dem Jahr 2014  ist dabei Grundlage des 1872 gefundenen Gilgamesch-Epos. So wird die erste Tafel in ihrem Ursprung vorgelesen und die restlichen elf Tafeln inhaltlich zusammengefasst und mit jeder Rolle besetzt vorgetragen.

Ein Stück Wolfsburger Kultur feiert mit dem Gilgamesch-Epos nun ihr 50jähriges Jubiläum. VHS-Leiterin Elisabeth Krüger und Programmbereichsleiterin Miriam Heine gratulieren und wünschen der Premiere am 4. Mai im Wolfsburger Schloss viel Erfolg.
Weitere Termine: 06.05. und 11.05. jeweils im Schloss Wolfsburg, 12.05. im phaeno und am 13. Mai in der Brunsviga in Braunschweig, jeweils 20:00 Uhr. Karten sind an der Abendkasse erhältlich. Info unter  www.experimentierbuehne.de
 

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